Wie die beiden Kurven in der Wasserbilanz zustande kommen und was sie bedeuten.
Die Wasserbilanz stellt zwei tägliche Größen gegenüber: Niederschlag (Wasser, das hinzukommt) und Verdunstung (Wasser, das den See verlässt). Beide Werte stammen aus dem Wetterdienst Open-Meteo für den Standort Steinhuder Meer.
Der Niederschlag ist die tägliche Regen-/Schneemenge in Millimetern. 1 mm entspricht 1 Liter pro Quadratmeter. Open-Meteo liefert diesen Wert aus einer Kombination von Messungen und Wettermodellen (Reanalyse/Vorhersage). In der Grafik ist er als Fläche dargestellt.
Für die Verdunstung wird die Referenz-Verdunstung ET₀ nach dem Standardverfahren FAO-56 Penman-Monteith verwendet. ET₀ schätzt, wie viel Wasser eine gut mit Wasser versorgte Referenzfläche pro Tag verdunsten würde, und berücksichtigt dafür:
Open-Meteo berechnet ET₀ direkt mit und stellt es als tägliche Summe in Millimetern bereit. ET₀ ist ein meteorologischer Richtwert für die Verdunstungskraft der Atmosphäre.
Grob gilt:
Bilanz ≈ Niederschlag − Verdunstung
Überwiegt der Niederschlag, tendiert der Wasserhaushalt nach oben; überwiegt die Verdunstung (typisch an warmen, windigen Sommertagen), nach unten.
Diese Bilanz ist eine meteorologische Näherung, kein exaktes Modell des Seepegels. Der tatsächliche Wasserstand hängt zusätzlich ab von Zu- und Abflüssen (Gräben, Meerbach/Wehr), Grundwasser, der Bewirtschaftung des Wehrs sowie der tatsächlichen Seeverdunstung (die von ET₀ abweichen kann). Die Bilanz erklärt also die Tendenz und die Antriebe, ersetzt aber nicht die direkte Pegelmessung am Wilhelmstein.
Quellen: Open-Meteo (Niederschlag, ET₀ nach FAO-56 Penman-Monteith). Pegel: NLWKN, Messstelle Wilhelmstein.