Systemdiagramm: Wie Zuflüsse, Abflüsse, der Speicher (Wasserkörper/Wasserstand) und die Geometrie‑/Bezugsgrößen zusammenhängen.
Der Wasserstand ist ein Speicher: Er steigt, wenn mehr Wasser zufließt als abfließt, und fällt im umgekehrten Fall (Massenerhaltung). Alle Mengen lassen sich über die Seefläche ineinander umrechnen:
Δ Wasserstand × Seefläche = (Niederschlag + Grundwasserzufluss + Oberflächen‑Einleitung) − (Verdunstung + Abfluss + Versickerung + Grundwasser‑Abstrom)
Faustzahlen für das Steinhuder Meer: 1 cm Pegel ≈ 291.000 m³ · 1 mm Niederschlag/Verdunstung ≈ 0,1 cm Pegel (direkt auf die Seefläche gerechnet).
| Gruppe | Variable | Bedeutung / Abhängigkeit |
|---|---|---|
| Zufluss | Niederschlag (Regen, Hagel, Schnee) | Fällt direkt auf die Seefläche; erhöht den Wasserstand. Datenquelle: Open‑Meteo. |
| Zufluss | Grundwasser‑Zufluss | Zustrom aus dem umgebenden Grundwasserkörper (abhängig vom Grundwasserstand rund um den See). |
| Zufluss | Einleitung Oberflächenwasser | Zuläufe aus dem Umland (Meerbach, Gräben), abhängig von Regen im Einzugsgebiet. |
| Abfluss | Verdunstung | Verlust an der Seeoberfläche; im Dashboard über ET₀ (FAO) genähert – die echte Seeverdunstung weicht ab. |
| Abfluss | Abfluss durch Bäche / Wehr | Geregelter Ablauf (z. B. Meerbach‑Ausfluss); hängt von Wasserstand und Wehrsteuerung ab. |
| Abfluss | Versickerung / undichte Dämme | Sickerverluste durch Deiche/Dämme; abhängig von Wasserstand und Dichtheit der Bauwerke. |
| Abfluss | Grundwasser‑Abstrom | Abstrom ins umgebende Grundwasser (Gegenstück zum Grundwasser‑Zufluss). |
| Speicher | Wasserkörper (Volumen) | = Seefläche × mittlere Wassertiefe. Die zentrale Speichergröße. |
| Speicher | Wasserstand (Pegel) | Gemessen am Pegel Wilhelmstein; angegeben in cm ü. PNP und m ü. NHN. |
| Bezug | PNP · m ü. NHN | Pegelnullpunkt PNP = 36,77 m ü. NHN. Umrechnung: m ü. NHN = 36,77 + Wasserstand[cm]/100. |
| Geometrie | Seefläche | ≈ 29,1 km² (29.100.000 m²). Wandelt Millimeter/Zentimeter in Volumen um. |
| Geometrie | Mittlere Tiefe zur Schlammoberfläche | ≈ 1,35 m – Höhe des frei beweglichen Wasserkörpers über dem Schlamm. |
| Geometrie | Mittlere Tiefe zum festen Seegrund | Inkl. Schlammschicht – Abstand Wasseroberfläche bis fester Grund. |
| Schlamm | Schlammschicht / Volumen Schlamm | = Fläche × mittlere Schlammdicke (Differenz zwischen Seegrund‑ und Schlammoberflächen‑Tiefe). Verringert das nutzbare Wasservolumen. |
| Grenzen | Sollpegel / Höchstwerte | Soll 123 cm (38,00 m ü. NHN), max. zulässig 128 cm (38,05 m ü. NHN). |
• Zufluss (7 Tage) = gemessene Pegeländerung − (Niederschlag − Verdunstung) → der Anteil, der nicht aus Regen/Verdunstung stammt (Netto‑Zu‑/Abfluss über Bäche, Wehr, Versickerung, Grundwasser).
• Wasserbilanz des Sees seit Saisonbeginn = Pegeländerung × Seefläche → Volumen (m³) und Anteil des Wasserkörpers.
• Wassertemperatur (Schätzung aus der Lufttemperatur), Eisdicke (Modell aus der Kältesumme) und Prognose (aus Monatswerten) hängen nicht am Wasservolumen, ergänzen das Bild aber.
Hinweis: Grundwasser‑Zu-/Abstrom, Oberflächen‑Einleitung und Versickerung sind am Steinhuder Meer nicht direkt gemessen – sie stecken gemeinsam in der Restgröße „Zufluss (7 Tage)". Das Diagramm zeigt die physikalischen Zusammenhänge, nicht überall belegte Einzelmessungen.